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Andamanen-Inseln: Uralt-Sprache Bo ist ausgestorben

In Uncategorized on 6. Februar 2010 at 11:40

Rund 65.000 Jahre lang wurde die Sprache Bo auf den asiatischen Andamanen-Inseln benutzt. Jetzt ist die letzte Sprecherin gestorben. Viele Geheimnisse ihrer Kultur nahm sie mit ins Grab.

Die letzte Sprecherin der Sprache Bo, eine etwa 85-jährige Frau namens Boa Sr, ist auf einer Insel der indischen Andamanen gestorben. Damit sei die Sprache einer der ältesten Kulturen ausgestorben, berichtet die Organisation Survival International.

Das Verschwinden der Sprache sei ein schwerer Verlust, sagt Martin Haspelmath, Sprachforscher am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie: “Die nordandamanische Sprache ist ausgestorben, bevor sie auch nur halbwegs gründlich dokumentiert und beschrieben werden konnte.” Damit sei ein Teil menschlicher Kultur unwiederbringlich verschwunden.

Die Bo lebten vermutlich seit rund 65.000 Jahren auf den Andamanen im Indischen Ozean. Ab 1858 kolonisierten die Briten und später die Inder die Inselgruppe. “Die Ureinwohner waren zu wenige, sie hatten keine Chance zur Selbstbehauptung”, sagt Haspelmath. Heute leben noch etwa 500 Ureinwohner auf den Andamanen.

Über die Sprachen auf den Inseln ist wenig bekannt. Die südandamanischen Sprachen ähnelten teilweise den Sprachen der Ureinwohner anderer Inseln Südostasiens und Taiwans, sagt Haspelmath. Auch diese Idiome seien vom Aussterben bedroht, warnt Survival International. Das Überleben der Ureinwohner hänge wesentlich von Nahrungslieferungen der indischen Regierung ab. Zudem gefährde eine ungesunde Lebensweise die Ureinwohner; Alkoholmissbrauch sei verbreitet.

Ein schwerer Schlag waren die Tsunamis an Weihnachten 2004. “Wir waren alle geblieben, wo wir waren”, hatte Boa Sr berichtet. “Die Älteren hatten uns geraten, nicht zu flüchten, weil die Erde aufreißen würde.” Viele sind aber den Riesenwellen zum Opfer gefallen.

Auch Sprachen, die von größeren Gruppen gesprochen werden, sind laut Haspelmath bedroht: Durch bessere Verkehrswege und die moderne Kommunikationstechnologie verlören sie im Alltag an Wert. Der Verlust sei immens: Sprachen seien nicht nur als Teil des Kulturerbes der Menschheit wertvoll, sondern erlaubten auch Erkenntnisse über die Vorgeschichte menschlicher Bevölkerungsgruppen: “Kein Teil der Kultur ändert sich so langsam wie die Sprache”, sagt der Linguist. “Deutsche Wörter wie Ohr, Zahn, Wasser oder Feuer klingen heute noch ungefähr so wie vor 4000 Jahren.”

Bei ihrer Arbeit stünden Wissenschaftler jedoch auf verlorenem Posten: “Sprachen sterben viel schneller aus, als wir sie beschreiben können”, sagt Haspelmath. So blieben oft nicht einmal Dokumentationen für die Nachwelt erhalten. Viele Geheimnisse der Bo nahm Boa Sr nun mit ins Grab.

Andamanen-Inseln: Uralt-Sprache Bo ist ausgestorben – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wissenschaft.

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Über den Autor

Cynthia Barcomi, geboren in Seattle, hat schon als kleines Mädchen für ihr Leben gern gebacken. Diese Leidenschaft hat sie auch nach ihrer Tanzausbildung nicht vergessen. Nach erfolgreichen Jahren als Tänzerin gründete sie in ihrer Wahlheimat Berlin einen Party- und Catering-Service für amerikanische Spezialitäten. Zu ihren illustren und treuen Kunden gehören das Hotel Adlon, das Hebbel Theater und die Bar jeder Vernunft. 1994 eröffnete Cynthia Barcomi die Barcomi’s Kaffeerösterei in Berlin Kreuzberg, 1997 folgte das Barcomi’s Deli in Berlin Mitte. Beide Läden haben längst Kultstatus erlangt. Cynthia lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Berlin.

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