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Weblog-Archiv für 12. Mai 2009

Hugendubel greift bei Buch Habel zum Rotstift

In Branchennews on 12. Mai 2009 at 15:05

Hugendubel räumt auf – zuerst im eigenen Haus, jetzt bei Buch Habel. Dabei sind die bereits seit Monaten laufenden Auseinandersetzungen um die Habel-Zentrale in Darmstadt offenbar nur die Spitze des Eisbergs. In zwei Filialen, ist zu hören, sollen jetzt Stellen abgebaut werden.

Die DBH-Tochter übte sich nach eigener Aussage stets in der Politik der sanften Hand, versuchte zu halten, was zu halten ist: Betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben, hieß es bei jeder Schließung oder Flächenreduzierung in der Vergangenheit; man habe den Mitarbeitern alternative Arbeitsplätze innerhalb der DBH-Gruppe vermittelt, zumindest jedoch angeboten…

Nun stehen Buch Habel Umstrukturierungen ins Haus – allerdings häufen sich dabei die Probleme derart, dass sie sich kaum noch mit sanfter Hand lösen lassen. Insidern zufolge soll in Krefeld eine der vier Etagen geschlossen werden – Sozialplanverhandlungen für etwa zehn zu entlassende Mitarbeiter würden bereits laufen (3 000 Quadratmeter, seit 2003). Ausgedünnt wird angeblich auch die Mannschaft im Rhein-Neckar-Zentrum in Viernheim, wo Buch Habel seit 2007 gemeinsam mit Schirner 2 000 Quadratmeter bespielt (Habel & Schirner; Habel-Anteil: 1 200 Quadratmeter) – hier stünden 60 Wochenstunden auf dem Spiel, genaues wisse bislang aber noch keiner, sagt eine Mitarbeiterin mit Betriebsratsanbindung, die aber nicht genannt werden will. Viele befürchteten bereits, dass der Stellenabbau demnächst in den anderen 15 Filialen weitergehe.

Aus München ist zu alldem nichts zu erfahren. Hugendubel, innerhalb der DBH seit der Komplettübernahme im Herbst 2008 für Buch Habel zuständig, äußert sich auf Anfrage lediglich zu den Auseinandersetzungen mit den Mitarbeitern der Habel-Zentrale in Darmstadt. Zur Erinnerung: Wie berichtet, wird diese im Sommer nach München umziehen und keiner der noch verbliebenen 23 Mitarbeiter geht mit. Unterstützt von Ver.di streiten sie seit Jahresbeginn um ihre Abfindung, genauer: um die Höhe dergleichen. Zuletzt hatte Hugendubel freiwillig angeboten, eine Einigungsstelle einzurichten, zog das Angebot aber nun zurück. Warum? »Wir sehen keine Möglichkeit, dort eine Einigung zu erzielen«, erklärt Hugendubel-Personalchef Thomas Nitz. In den nächsten Tagen wolle man »nochmals einen Vorschlag über die Höhe der Abfindung unterbreiten.«

Dieser Vorschlag liegt nun vor. Laut Andrea Tischer, Mitglied im Ende 2008 noch hektisch gegründeten Habel-Betriebsrat, sollen pro Beschäftigungsjahr 0,4 Bruttomonatsgehälter gezahlt werden, insgesamt gehe es um 354 000 Euro. Gewerkschafter sehen das Minimum bei je 0,5 Bruttomonatsgehältern. Tischer wirkt zerknirscht, sie zuckt mit den Schultern. »Entweder wir akzeptieren oder wir bekommen gar nichts«, sagt sie. »Rechtlich gesehen haben wir keine Chance.«

DBH / Hugendubel: Hugendubel greift bei Buch Habel zum Rotstift | NEWS | boersenblatt.net.

“Man hat uns im Blick“: Ex-Brockhäusler wollen gemeinsam durchstarten

In Branchennews on 12. Mai 2009 at 14:23

Anfang März konnte man in der “Zeit” ein ungewöhnliches kollektives Stellengesuch lesen: Unter dem Slogan “Was spricht dagegen?” boten 33 Redakteure, die mit der Schließung der Leipziger Brockhaus-Redaktion den Arbeitsplatz verloren hatten, ihre Dienste an – einzeln, aber auch als interdisziplinär arbeitendes Team. Zugleich wurde eine Website mit den Profilen der Beteiligten freigeschaltet.

Die nüchterne Zwischenbilanz nach zweieinhalb Monaten: Eine Reihe von Einzelaufträgen konnte akquiriert werden, wer früher schon nebenbei frei arbeitete, versucht, die alten Netzwerke zu aktivieren. Eine neue Festanstellung sprang bislang für keinen der 33 heraus. „Gerade unsere Online-Kompetenz wird in der jetzigen Marktsituation kaum nachgefragt“, beschreibt der promovierte Historiker Andreas Schneider das Dilemma. „Und nach der langen Tätigkeit als Lexikonredakteur führt auch kaum ein Weg in die Wissenschaft zurück.“ Schneider hat dank seiner langen Firmenzugehörigkeit eine siebenmonatige Kündigungsfrist; sein Arbeitsvertrag läuft offiziell zum 30. September aus.

Im Kampf um die knappe Ressource Aufmerksamkeit konnten die Leipziger indes punkten. „Unsere Initiative wurde quer durch die Branche positiv aufgenommen, es gab viel Mut machendes Feedback“, erklärt Christian Horn, der als Sprecher des Teams agierte und von mehreren Radiostationen und Zeitungen – darunter auch “Bild Leipzig” – interviewt wurde. Von der Idee, wenigstens einen Teil der 33 Kollegen als Nukleus eines neuen Projekts in Arbeit zu bringen, hat man sich noch längst nicht verabschiedet. „Die breite Aufstellung ist unser Pfund“, meint der promovierte Theaterwissenschaftler und Germanist selbstbewusst. Gegenwärtig lote man „mit einer Mischung aus Optimismus und Pragmatismus“ die Möglichkeiten aus: Ein Content-Management-System könnte zu günstigen Konditionen übernommen werden – „was noch fehlt, ist der Content“. Auch ein Bildungsportal hat vorsichtig Interesse signalisiert. Alles ist im Fluss. „Durch unsere nicht ganz alltägliche Aktion haben wir für die jetzt anstehenden Gespräche zumindest ein gutes Umfeld geschaffen“, schätzt Horn ein. „Viele Türen stehen offen, man hat uns im Blick.“ Blauäugig gibt sich indes auch ein Optimist wie Horn nicht. „Ich bewege mich sehr gezielt auf eine freie Tätigkeit zu.“

via Arbeitsmarkt: “Man hat uns im Blick“: Ex-Brockhäusler wollen gemeinsam durchstarten | NEWS VERLAGE | boersenblatt.net.

Christopher Dorling & Peter Kindersley

In Acknowledgements on 12. Mai 2009 at 13:44

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Wenn diese beiden adretten Herren nicht 1974 in London einen Verlag gegründet hätten, hätte ich nicht so viele schöne Bücher mitverbrechen können.

Lübbe: Ladenpreise werden kräftig erhöht

In Branchennews on 12. Mai 2009 at 08:49

Das wird eben bekannt: Die Verlagsgruppe Lübbe erhöht mit dem kommenden Herbstprogramm durchgehend die Verkaufspreise – sowohl im Hardcover wie im Taschenbuch – durchgängig auf -,99 Euro-Endungen.

Marketing Geschäftsführer Klaus Kluge begründet diesen Schritt: “Lübbe trägt damit dem immer wieder geäußerten Wunsch des Handels Rechnung, die Preise, wo immer vertretbar, nach oben anzuheben. Bei Autoren mit sicheren Verkaufserwartungen (Dan Brown, Rebecca Gablé, Ken Follett u. a.) werden die Preisschwellen nach oben ausgereizt.”

In der Praxis heißt das: Der neue Dan Brown (vorausgesetzt Inhalt und Umfang entsprechen in etwa dem Vorgänger-Titel) wird dann statt 19,95 Euro nun 24,99 Euro kosten. Und bei der Taschenbuchausgabe von Rebecca Gablé „Spiel der Könige“ wird erstmals der Preispunkt 10,99 Euro festgesetzt (ET: September 2009).

Kluge: “Die Reaktion der Kunden ist unterschiedlich; es überwiegt aber deutlich die Zustimmung.”

via BuchMarkt.de – News – Verlage – Verlagsgruppe Lübbe: Ladenpreise werden kräftig erhöht.